Clariden-Überschreitung, Juli 2025
Die Anreise lief tatsächlich fast wie geplant. Die Wartezeit an der Talstation war jedoch so lang, dass wir ein neues Gipfelziel anpeilen mussten: „Restaurant Terrasse“. Immerhin gab’s dort Kaffee und Kuchen zur moralischen Vorbereitung.
Der Hüttenzustieg verlief dann bei bestem Wetter – und ohne weitere Wartezeiten. Nach einem weiteren Stück Kuchen (dieses Mal offiziell als „Stärkung“ deklariert), feilten wir an unseren Seil- und Steigeisenskills, um für den nächsten Tag bereit zu sein.
Frühstart & Wetterroulette
Da Gewitter für Sonntagmittag angesagt waren, starteten wir schon um 05:00. Überraschung: das Gewitter wurde abgesagt und der Himmel zeigte sich von seiner besten Seite. So marschierten frohen Mutes über den Claridengletscher.
Kurz vor dem Schlussanstieg – plötzlich Empfang! Die aktuelle Prognose: Bald viel Regen und am Mittag nun doch wieder Gewitter. Da wir ohnehin bald nass wären, stiegen wir entschlossen weiter – mit der Erwartung, nur kurz fürs Gipfelfoto zu pausieren.
Oben angekommen, war der Fels Grat überaschenderweise schneefrei. Steigeisen runter – und zack, kam eine eisige Graupeldusche und alles war wieder rutschig. Auf die Frage „Regenhose?“ antwortete die Hälfte: „Hab keine dabei.“
Sonne nach Schauer
Das Gipfelfoto vergessen, stiegen wir zügig ab und holten da Gipfelfoto ca. 30 Minuten später bei Sonnenschein nach. Der Rest der Tour blieb – mit kleineren Ausnahmen – erstaunlich freundlich.
Hätten wir unterwegs durchgehend Empfang gehabt, wären wir womöglich umgedreht. Ob das klüger gewesen wäre? Wer weiß. Aber so hatten wir eine fantastische Tour – offline und glücklich.


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